Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit

Sterbefasten

Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, kurz FVNF, ist umgangssprachlich auch unter dem Begriff Sterbefasten bekannt. Sicher ist es bequemer und einfacher Sterbefasten auszusprechen, als die lange und etwas sperrige korrekte Bezeichnung, aber es kann irreführend sein und zu Missverständnissen führen. Denn es geht hier nicht um die reinigende Wirkung des Heilfastens, sondern um eine Option das Leben vorzeitig zu beenden.

Der FVNF wird als Handlung beschrieben, die "von einer zurechnungsfähigen Personen ohne kognitive Einschränkungen freiwillige und bewusst gewählt wird, auf Essen und Trinken zu verzichten, um den Tod frühzeitig (zumeist aufgrund unerträglichen anhaltenden Leidens) herbeizuführen". Neben dem FVNF müssen weitere Arte differenziert werden.

Unsicherheiten, Mythen und der fehlende professionelle Umgang mit dem FVNF führen dazu, dass das Sterbefasten zunehmend zwar bekannt aber kaum für einen professionellen Umgang erforscht ist.


 

Warum das Sterbefasten erforschen?

Seit 2012 arbeite ich intensiv an dem Thema des FVNF und habe festgestellt, dass es zu wenig abgesichertes Wissen dazu gibt. Im internationalen Kontext schreitet die Erforschung des Themas ebenfalls nur in kleinen Schritten voran. Paradox ist, dass die Reduktion und sogar der Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit von Menschen z.B. in Pflegeheimen als ein natürlicher Prozess im Alter bewerte wird, während bei Menschen jüngeren Alters das Sterbefasten stigmatisiert und verurteilt wird. In der Auseinandersetzung mit der Lebenswelt von Betroffenen möchte ich einen Beitrag gegen die Unwissenheit, den professionellen Umgang und der pauschalen Stigmatisierung des FVNF entgegenwirken.